Frühsommer, erste Schritte und viele abenteuerliche Stunden im Zug
Seit wir uns das letzte Mal Zeit für einen Blogeintrag genommen haben, ist die Zeit nur so verflogen.
Cleo hat inzwischen eine richtige Frisur bekommen, macht ihre ersten Schritte auch ohne Festhalten und entdeckt die Welt jeden Tag ein bisschen mehr. Gemeinsam geniessen wir den Frühsommer an ganz unterschiedlichen Orten. Immer wieder wird uns bewusst, in was für einem Paradies wir leben.
Sobald es möglich ist, essen wir am See. Das hat gleich mehrere Vorteile: Wir müssen nach dem Essen den Boden nicht aufräumen, und draussen sind wir alle deutlich entspannter. Cleo hat grosse Freude am Entdecken und Probieren, weshalb sie mittlerweile die unterschiedlichsten Dinge gerne isst. Gleichzeitig landet aber auch einiges auf dem Boden – denn die Schwerkraft fasziniert sie mindestens genauso sehr wie das Essen selbst.
Besonders spannend findet sie unterschiedliche Konsistenzen: Dinge zu berühren, zu vermengen, am eigenen Körper zu matschen und grosszügig zu verschmieren. Das sorgt regelmässig für ein riesiges Chaos. Umso schöner, dass der See nur fünf Minuten von unserer Haustür entfernt liegt. Nach einem kurzen Schwumm macht das Essen auf der Picknickdecke zwischen den Gänseblümchen gleich noch mehr Freude.
Oft werden wir dabei von Freund:innen begleitet, und so entwickeln sich die lauen Sommerabende regelmässig zu den Höhepunkten unserer Tage. Nur der China-Imbiss in unserem Paradies kann mit denen in Mailand leider noch nicht ganz mithalten.









Auch sonst gab es einige Highlights in den letzten Monaten. Zu Ostern waren wir in Südtirol auf Ostereiersuche, zum ersten Mal auf Baltrum an einer Geburtstagsfeier, über Pfingsten in Braunwald, um die Bergidylle zu geniessen, und später auf einer Workation am Lago Maggiore. Dazwischen wartete sogar noch ein kleines Abenteuer in einer unbewarteten Berghütte auf uns. Natürlich alles mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Eine besondere Herausforderung waren die 14 Stunden Zugfahrt nach Baltrum, gefolgt von einer Fährenüberfahrt. Unser Tipp für andere Familien: Falls kein Kleinkindabteil mehr verfügbar ist, kann ein Gepäckregal wahre Wunder wirken. Darunter entsteht erstaunlich schnell eine kleine Höhle, die für grosse Begeisterung sorgt.
Cleo liebt es ausserdem, allen Menschen Hallo zu sagen. Im Zug krabbelt oder läuft sie fröhlich durch die Gänge und winkt jeder Person zu, die ihr begegnet. Daraus entstehen immer wieder schöne Gespräche und unerwartete Begegnungen. Nach 14 Stunden wird allerdings auch das längste Abenteuer irgendwann lang. Vielleicht probieren wir beim nächsten Mal den Nachtzug aus.
Ausserdem haben wir gelernt, Feiertage für Rückreisen möglichst zu vermeiden. Die Heimfahrt am Ostermontag aus Südtirol war so voll, dass Cleo nicht einmal mehr hin und her robben konnte – jeder freie Zentimeter war von Menschen besetzt.




Unser Bergabenteuer führte uns zur Capanna Mognone, einer unbewarteten Hütte im Tessin. Bereits im Vorfeld wussten wir, dass dort noch fünf weitere Personen übernachten würden. Marie fragte den Hüttenwart vorsichtshalber, wer denn dort sei. Wären es Jugendliche gewesen, hätten wir uns vielleicht noch einmal umentschieden. Glücklicherweise handelte es sich um eine Gruppe junger Frauen, und so wurde Cleo kurzerhand zum Star des Abends.
Natürlich machen wir uns immer wieder Gedanken darüber, ob Cleo andere Gäste in einer Hütte stören könnte. Gleichzeitig haben wir bislang ausschliesslich gute Erfahrungen gemacht. Sie begegnet allen Menschen mit einem Lächeln, bestaunt Lagerfeuer und jeden einzelnen Grashalm mit derselben Begeisterung und macht es uns dadurch sehr leicht. Ihre Freude an der Welt steckt einfach an.







An den Kinderwagen hat sie sich inzwischen wunderbar gewöhnt. Beim Thema Wasser gibt es noch etwas Potenzial nach oben, aber wir arbeiten daran. Ausserdem stehen bereits die nächsten Abenteuer vor der Tür: eine Hüttentour in Südtirol sowie eine Tour mit dem Zelt. Langweilig wird uns also bestimmt nicht.
Neben all den Familienabenteuern war auch sonst einiges los. Ivo war zweimal für jeweils eine Woche auf einem Meditationsretreat. Bald startet ausserdem unser sommerlicher Leseabend zum Buch Lovingkindness von Sharon Salzberg.
Es bleibt also lebendig, bunt und voller kleiner und grosser Entdeckungen – und wir freuen uns auf alles, was der Sommer noch bereithält.