Wir haben uns vorgenommen, jeden Monat ein Bergwochenende zu machen. Dieser Vorsatz begleitet uns seither durch den Winter, und im Januar ging es dafür ins Jurten­dorf im Berner Oberland. Während in Zürich grauer Nebel hing, wanderten wir oberhalb der Nebelgrenze durch Sonnenschein und Schnee – und merkten irgendwann, dass der Schnee höher war als gedacht. Nasse Füsse inklusive.

Grödel gehören im Winter zu unserem Standardgepäck, genauso wie ein Notfallbiwaksack und eine Taschenlampe. Alles drei gibt uns ein beruhigendes Gefühl von Sicherheit: Grödel für Trittsicherheit, die Taschenlampe für den Fall, dass das Tageslicht knapp wird, und der Biwaksack, den wir hoffentlich nie brauchen. An diesem Wochenende blieb er natürlich unbenutzt. Im verschneiten Jurten­dorf angekommen, bezogen wir unsere wunderschöne Bärenjurte.

Ein Winterabend im Jurten­dorf

Im Winter gibt es dort kein fließendes Wasser und keine Heizung – seit Silvester sind wir von solchen Bedingungen ja ein bisschen abgehärtet. Wir wurden herzlich empfangen und machten es uns in der Aufenthaltsjurte am Feuer gemütlich, mit einem Hafer-Chai in der Hand.

Mit unserer Halbpension gab es bald ein Abendessen bei Kerzenschein, gemeinsam mit einer Mutter und ihren zwei Kindern. Neben ihr fühlten wir uns fast etwas spiessig – sie lebt dauerhaft ohne fließendes Wasser.

Der Abend war wunderschön und heimelig. Ivo feuerte später die Saunajurte an und machte ein Feuer in unserer Schlafjurte. Cleo schlief ein, während wir abwechselnd saunierten. Es war magisch: in der warmen Jurte sitzen, den Käuzchen lauschen und danach unter einem klaren Sternenhimmel zum Bach gehen, um uns mit kaltem Wasser abzuwaschen.

Am nächsten Morgen genossen wir ein gemütliches Frühstück, machten eine kleine Wanderung und fuhren zurück nach Zürich. Ein perfekter Start in unser Bergjahr.

Cleos erster Geburtstag

Dann stand Cleos erster Geburtstag an – für uns ein besonderer und emotionaler Moment. Am Abend davor kochten wir das gleiche scharfe chinesische Essen wie ein Jahr zuvor. Genau dieses Essen hatte damals die Geburt eingeleitet. Wir wurden etwas melancholisch und hatten einen richtig schönen Abend.

Leider war meine Schwester krank und konnte nicht kommen, aber wir feierten trotzdem mit vielen Freundinnen und Freunden. Als Motto gab es ein türkisches Kahvaltı – Cleo hat schließlich immerhin ein Zwölftel ihres Lebens in der Türkei verbracht.

Auf dem Tisch standen Cigara Börek, Mercimek Çorbası, Pekmez und – ganz typisch – Pommes mit Gurke und Tomate. Cleo hatte große Freude daran, ihre zuckerfreie, aber trotzdem köstliche Torte zu zermatschen. Und wir freuten uns über all die Menschen, die uns begleiten.

Cleo liebt Menschen und Tiere sowieso – beides findet sie hochspannend.

Neue Geschmäcker und kleine Entwicklungsschritte

Seit ihrem ersten Geburtstag ist Cleo noch neugieriger beim Essen. Verschiedene Konsistenzen und Geschmäcker machen ihr Spass. Einer ihrer ersten „Ausdrücke“ war ein zufriedenes „Mmmmhhh“ – für uns ein gutes Zeichen.

Da wir hauptsächlich vegan essen, haben wir viel darüber nachgedacht, was für Cleo sinnvoll ist. Darum bekommt sie hin und wieder auch Milch- und Eiprodukte.

Das zweite Bergwochenende: Unterwegs im Jura

Unser zweites Bergwochenende führte uns ins Jura. Der erste Tag: eine Wanderung mitten in einer Wolke. Alles war nass, grau und irgendwie trotzdem schön – ein guter Reminder, dass Abenteuer nicht immer Sonnenseite bedeutet.

Unsere Unterkunft in Villeret war ein Glücksgriff. Der Ort wirkte wie beim Reisen: ein bisschen zufällig, aber mit dem Potenzial, schöne Stunden zu schenken. Und tatsächlich gab es mehr zu entdecken als gedacht.

Am nächsten Tag schien die Sonne. Wir stapften durch frischen Schnee und stiegen etwa 800 Höhenmeter hinauf auf den Chasseral. Oben belohnte uns eine fantastische Aussicht. Und Cleo lernte dabei, dass man auch gemütlich auf dem Rücken getragen werden kann.

Gemeinsam laufen: Unsere neuen Familien-Events

Neben unseren Bergwochenenden haben wir den Züri-Laufcup für uns entdeckt – kinderfreundlich und perfekt für uns. Wir waren bereits in Dietikon und Winterthur dabei und fühlten uns dabei sehr verbunden als Familie.

Wer weiß, vielleicht steht Cleo in fünf Jahren selbst am Start. Dafür muss sie allerdings erstmal richtig laufen lernen. Momentan zieht sie sich überall hoch, und erste halbe Schritte an der Hand klappen ganz gut. Die spannende Zeit der blauen Flecken beginnt.

Pläne für den Frühling

Unsere nächsten Projekte: Cleo an den Kinderwagen gewöhnen und sie langsam ans Wasser heranführen. Wir vertrauen darauf, dass das im Frühling einfacher wird.

Die warmen Temperaturen machen gerade richtig Lust auf draussen sein, und wir haben viele Pläne. Mal sehen – vielleicht erzählen wir wieder davon.

Und noch eine schöne Neuigkeit: Am 26. März erscheint unser erster Artikel im 4‑Seasons‑Magazin über unsere Türkei‑Reise. Ein ganz neues Abenteuer für uns.

Unser Start ins neue Jahr: Berge, Geburtstage und kleine Abenteuer